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Blühendes Staudenbeet mit Mulchschicht als natürlicher Hitzeschutz im Naturgarten an einem sonnigen Sommertag.

Klimaresilienter Garten: Dein Weg durch den Hitzesommer

Bild: ip6media / canva

Der Sommer zeigt sich von seiner intensivsten Seite. Während wir die Sonne genießen, kämpfen unsere Pflanzen in Beeten und Rabatten oft ums Überleben.
Erfahre hier, wie du mit natürlichen Methoden deinen Garten in eine hitzeresistente Oase verwandelst.

Wenn die Temperaturen über längere Zeiträume Rekordwerte erreichen, verändern sich die Bedingungen für unser Ökosystem Garten drastisch. Was einst mit regelmäßigem Gießen und gelegentlichem Jäten getan war, erfordert heute ein tieferes Verständnis für Bodenkunde und Pflanzenökologie. Um das Ziel eines „enkelgerechten Gartens“ zu erreichen – also eines Gartens, der nicht nur heute blüht, sondern auch die Lebensgrundlagen für kommende Generationen bewahrt – müssen wir unsere Pflegestrategien anpassen.

Die Hydrierung des Bodens meistern

Wasser ist die wertvollste Ressource in einer Trockenphase. Viele Gartenbesitzer begehen den Fehler, täglich nur ein wenig Wasser zu geben. Dies führt zu einer flachen Wurzelbildung, die die Pflanzen anfällig für kurzfristige Austrocknung macht. Viel effektiver ist es, den Boden seltener, dafür aber tiefgründig zu sättigen. Das Ziel: Den Boden so zu durchfeuchten, dass das Wasser in die tieferen Schichten gelangt. Die Pflanzen werden so quasi „erzogen“, ihre Wurzeln in die Tiefe zu strecken, wo die Bodenfeuchte deutlich konstanter bleibt.

Bodenmanagement: Hacken und Speichern

Ein oft unterschätztes Werkzeug ist die Gartenhacke. Indem wir die oberste Erdschicht nach einem Regenguss oder dem Gießen leicht auflockern, unterbrechen wir die Kapillarkräfte. Diese winzigen Kanäle im Boden wirken wie kleine Strohhalme, die die Feuchtigkeit aus der Tiefe an die Oberfläche ziehen, wo sie unter der Sonneneinstrahlung sofort verdunstet. Durch das Aufbrechen dieser Oberfläche stoppen wir diesen Prozess effektiv.

Humus als Lebenselixier

Ein gesunder, humoser Boden funktioniert wie ein Schwamm. Er speichert Wasser, bietet Bodenlebewesen ein Zuhause und versorgt die Pflanzen kontinuierlich mit Nährstoffen.

Anstatt auf torfhaltige Produkte aus dem Handel zu setzen – die durch den Abbau von Mooren klimaschädlich wirken – ist der eigene Kompost Gold wert. Er ist klimafreundlich, regional und bringt biologische Aktivität in dein Beet.

Mulchschichten: Die natürliche Klimaanlage

Decken wir den Boden ab! Ob mit Rasenschnitt, Stroh oder organischen Abfällen aus dem eigenen Garten: Mulch schützt vor der direkten Sonneneinstrahlung. Er hält den Boden kühl und verhindert das Verdunsten. Besonders in Gemüsebeeten wirkt dies Wunder.

Wenn du zudem nährstoffreiche Pflanzen wie Brennnesseln als Mulchmaterial nutzt, düngst du gleichzeitig deine Pflanzen.

Die Wahl der richtigen Bewohner

Wenn wir heute planen, müssen wir das Klima von morgen im Blick behalten. Die Auswahl an trockenheitsverträglichen Pflanzen ist riesig und bietet eine enorme ökologische Vielfalt. Arten, die von Natur aus mit weniger Wasser auskommen, sind die beste Investition in die Zukunft deiner Gartenfläche.

Flächen entsiegeln und vertikale Begrünung

Beton und Steinflächen sind die Klimakiller im eigenen Garten. Sie heizen sich enorm auf und verhindern, dass Regenwasser im Boden versickern kann. Jeder Quadratmeter entsiegelter Boden ist ein Schritt in Richtung ökologischem Gleichgewicht. Wenn der Platz begrenzt ist, bieten Mauern und Hauswände eine vertikale Ausweichfläche, die – begrünt mit Kletterpflanzen – das Kleinklima spürbar verbessert.

Hecken als natürliche Schutzschilde

Hecken aus heimischen Sträuchern wirken wie ein Windfang. Wind trocknet Pflanzen besonders schnell aus. Ein lebender Zaun bietet Schatten und reduziert die Windgeschwindigkeit, was den Pflanzen in seinem Schutzbereich wertvolle Energie für heiße Tage spart.

Indem wir diese sieben Säulen – Wässern, Hacken, Humus, Mulchen, Pflanzenwahl, Entsiegelung und Hecken – kombinieren, schaffen wir Gärten, die nicht nur die Hitzewelle überstehen, sondern ökologische Rückzugsorte für Flora und Fauna bleiben.

Nachhaltigkeits-ABC

Immer mehr und immer schneller erreichen uns heute Nachrichten, die mit KlimawandelMonokulturen, Bedrohung unserer Gesundheit durch UmweltverschmutzungLuftverschmutzungErderwärmungTreibhaus-effektWaldsterbenSauren Regen (der war schon vor 30 Jahren ein Thema), Artensterben, Endlichkeit fossiler Rohstoffe, … zu tun haben.

In der gleichen Geschwindigkeit fliegen uns Begriffe um die Ohren wie NachhaltigkeitUpcyclingZero-Wastevirtuelles Wasser, …

Im Nachhaltigkeits-ABC versuche ich diese Begriffe möglichst kurz und verständlich zu erklären.


Markennamen und geschützte Warenzeichen sind Eigentum ihrer jeweiligen Inhaber. Die Nennung von Markennamen und geschützter Warenzeichen hat lediglich beschreibenden Charakter.


Beitragsbild: Alexas Photos / Pixabay. Bearbeitet von ip6media, Peter von Hacht

Weiterverwendung

Als Weiterverwendung (oder Upcycling) versteht man im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit im Allgemeinen Sprachgebrauch die Wieder- oder Weiterverwendung eines ausgedienten Gegenstandes, wobei dieser auch zweckentfremdet sein kann.
Je länger ein Gegenstand in Gebrauch ist, desto später muss ein neuer angeschafft bzw. produziert werden.

Wasserfußabdruck

Der Wasserfußabdruck (water-footprint) bemisst die Gesamtmenge des tatsächlich genutzten Wassers und die in Produkten versteckte “virtuelle” Wassermenge.
Ziel dieser Betrachtungsweise ist eine Aussage über die nachhaltige Nutzung erneuerbarer Wasserressourcen. Außerdem soll ein Handlungsbedarf aufgezeigt werden für Regionen, in denen der Wasserfußabdruck größer ist, als die lokale Verfügbarkeit.
Der gesamte Wasserfußabdruck Deutschlands beträgt nach Angaben des Umweltbundesamts rund 117 Milliarden Kubikmeter Wasser pro Jahr; mehr als das Doppelte des Bodensees.
Daraus ergibt sich ein täglicher Verbrauch von 3900 Litern pro Kopf. Damit liegen wir in Deutschland etwa 100 Liter pro Kopf und Tag über dem weltweiten Durchschnitt.
Der Anteil des externen Wasserfußabdrucks, also des Wassers, das über importierte Güter in unserem Wasserfußabdruck auftaucht, liegt in Deutschland über 50 Prozent. Der größte Teil davon fällt auf Agrargüter aus Brasilien, Frankreich und der Elfenbeinküste.

Water-Footprint → Wasserfußabdruck

Ist Bio-Kunststoff eine gute Alternative?

Vorweg genommen würde ich sagen Bio-Kunststoff ist auf jeden Fall besser für die Umwelt als konventionell hergestelltes Plastik.
Besser, weil der Rohstoff (oder große Teile) i.d.R. nachhaltig und Bio ist.

So weit der erste Eindruck.

Nun kommt das große ABER:

Wir müssen unterscheiden zwischen biologisch abbaubaren und biobasierten Kunststoffen.
Während biobasierte Kunststoffe überwiegend aus stärkehaltigen und cellulosereichen Pflanzen wie Mais oder Zuckerrohr hergestellt wird, liegen den biologisch abbaubaren Kunststoffen meist thermoplastische Stärke, gelegentlich aber auch Erdöl (damit aber nicht biobasiert) zugrunde.

Maispflanzen können zur Herstellung biobasierter Kunststoffe dienen. 
©Albrecht Fietz / Pixabay
Maisfeld. Foto: Albrecht Fietz / Pixabay

Biologisch abbaubare Kunststoffe sollen sich unter bestimmten Bedingungen zersetzen und dabei nichts als CO2 und Wasser hinterlassen.
Welche Bedingungen das sind, ist unter Anderem abhängig davon, ob es Mischkunststoffe sind und wie die Verarbeitung angelegt war.
Eine Aussage über die tatsächliche Abbaubarkeit ist nur nach entsprechenden Experimenten möglich.

Das nächste Problem ist die Frage nach der Recyclingfähigkeit biobasierter Kunststoffe. Die lässt sich nämlich auch nicht einfach mit ja beantworten.

Da sich die biobasierten Kunststoffe in den Sortieranlagen kaum von herkömmlichen Kunststoffen trennen lassen, landen sie oft in der “energetischen Verwertung”, werden also in Heizkraftwerken zur Energiegewinnung verbrannt.

Vergleicht man die Ökobilanzen biobasierter Kunststoffe mit denen von biologisch abbaubaren Kunststoffen, stellt man fest, dass die biobasierten Kunststoffe auch nicht unbedingt nachhaltiger sind als konventionelle Kunststoffe.

Zurück zur Ausgangsfrage. Die Antwort ist also ein klares “Jain”.

Weitergehende Informationen gibt’s beim Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.de/biobasierte-biologisch-abbaubare-kunststoffe#21-konnen-biobasierte-kunststoffe-recycelt-werden

Mein Weg in die Nachhaltigkeit

Von Mahatma Gandhi soll der Satz „Lebe den Wandel den Du auf Erden sehen willst“ stammen und ich finde, das beschreibt unser aller Aufgabe ganz gut.
Wenn, und da sind wir uns sicher alle einig, wir der Generation unserer Enkel eine lebenswerte Welt hinterlassen wollen, dann sollten wir alle (zwar nach unseren individuellen Möglichkeiten, aber doch ernsthaft) Teil der notwendigen Veränderung sein und möglichst viele Menschen für diese Idee begeistern.

Ja, es sagt sich so leicht “ich habe verstanden, dass ich etwas tun muss und mache jetzt alles anders”.
Aber wo soll ich anfangen? Irgendwo? Was ist am sinnvollsten? Brauche ich einen Plan oder eine Strategie? Mit welcher Änderung erziele ich den meisten Nutzen gleich zu Anfang?

Alles Quatsch!

Einfach anfangen, denn es hängt sowieso alles zusammen. Es geht nicht (also jedenfalls nicht in erster Linie) darum, dass du ein gutes Gefühl damit hast.
Klar sollst du dich auch wohlfühlen mit den Änderungen, denn sonst hältst du sie sowieso nicht durch.
Also fang’ einfach an.

Ich neige dazu, immer alles möglichst bis ins Kleinste zu durchdenken bevor ich anfange. “Neigte immer” muss es eigentlich inzwischen heißen, denn ich arbeite daran und sehe schon erste Erfolge.
Gut durchdenken kann durchaus hilfreich sein, taugt aber nicht als grundsätzliche Taktik für alle Bereiche des Lebens.
Geschickter ist es oft, erstmal (natürlich nicht vollkommen kopflos und ohne Plan) anzufangen und dann notfalls zu korrigieren oder sogar “zurück zu rudern”.
So geht es mir auch beim Schreiben dieser Texte. Ich schreibe darauf los, überdenke, überarbeite, verwerfe, …
Und ich glaube, das ist auch auf den Weg in die Nachhaltigkeit übertragbar.
Fang’ einfach an. Egal wo, aber fang’ an. Mach dich mit dem Thema vertraut, probiere aus und entscheide, ob das Ausprobierte etwas für dich ist.
Wenn nicht, dann probiere etwas anderes.

Bleib dran!

Wichtig ist, dass du dran bleibst, das du nicht das große Ziel aus den Augen verlierst. Auch nicht, wenn dir mal etwas zu aufwändig oder zu mühsam ist und du dich entscheidest diesen Bereich (noch?) nicht zu verändern.

Versuche bitte nicht, gleich alles auf einmal zu ändern. Es ist einfach unrealistisch, dass das funktioniert. Versuche statt dessen kleine Schritte zu machen. Die häufigeren Erfolgserlebnisse erleichtern das Durchhalten.

Investition in Nachhaltigkeit

„Stell‘ doch einfach dein Leben / deine Gewohnheiten um“
Ja, das sagt sich so einfach, aber man muss es sich auch leisten können bzw. die Möglichkeiten haben.

Umstellung gibt’s nicht zum Nulltarif, das sollte klar sein.

Bio-Produkte sind zwar gesünder und meist auch nachhaltiger als konventionell erzeugte, dafür aber auch teurer.
Auch andere, als nachhaltig angepriesene, Produkte sind oft preislich höher angesiedelt.

Wenn Geräte ersetzt werden, auf Energieeffizienz achten. Sind die Geräte teurer, dann versuchen den Mehrbetrag durch Einsparungen an anderer Stelle zu kompensieren.
Mit anderen Produkten genauso verfahren: wenn ein nachhaltiges Produkt teurer ist, dann …

In was sollten wir noch investieren?

  • Zeit. Wie wäre es, mehr Dinge selbst zu machen, statt teure (und möglicherweise umweltbedenkliche) zu kaufen?
    Du musst dazu keine ausgeprägten handwerklichen Fähigkeiten haben. Im Laufe der Zeit wirst du hier viele DIY-Tipps finden, die teilweise ganz einfach umzusetzen sind.
  • “Lagerplatz”. Wenn du den Platz hast Dinge aufzubewahren, die du im Moment nicht mehr benötigst, oder die kaputt sind, aber sich eventuell noch reparieren lassen, Dann ist das ja auch eine Investition in Nachhaltigkeit.
    Vielleicht kannst du später die Dinge Upcyclen oder damit andere glücklich machen?
  • Kontakte. Investition in Kontakte ist nachhaltig? Na klar.
    Wie wäre es, in deinem Umfeld eine “sharing-Kultur” zu etablieren?
    Müssen denn zehn Personen wirklich zehn Bohrmaschinen haben? Reichen nicht zwei oder drei? Und wenn ich dann mal ein paar Löcher bohren muss, dann leihe ich mir eine der Bohrmaschinen aus und helfe dafür vielleicht ein anderes Mal irgendwo mit meiner langen Leiter aus.
    Es gibt sowas schon, aber noch viel zu selten.
    Ich finde diesen Gedanken eines “Geräte- und Fähigkeitenpools” im privaten Umfeld ganz attraktiv und ausbaufähig. Du auch?
    Denk mal drüber nach.

Auch Teilzeit-Veggies helfen mit

Wer sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt, wird schnell feststellen, dass eine vegane Lebensweise für unsere Umwelt eigentlich die beste ist.
Toll, wenn du also deinen Fleischkonsum reduzierst und von Butter auf Margarine oder andere pflanzliche Streichfette umsteigst. Aber wenn du trotzdem gelegentlich mal ein Schnitzel oder ein Steak magst und Tofu nicht so deins ist, dann bist du deswegen kein schlechterer Mensch. Da Achtsamkeit irgendwie auch in das Thema passt, versuche doch dann regionales Fleisch zu kaufen, vielleicht in Bio-Qualität?

Was ich sagen will ist, dass wir alle im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchen müssen, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Alles oder nichts

Es mag ja Bereiche geben (mir fällt zwar spontan keiner ein, aber bestimmt gibt es das), in denen diese Aussage Sinn macht.
Wenn du dein Leben nachhaltiger gestalten willst, ist es auf jeden Fall Quatsch zu sagen „ganz oder gar nicht“. Mach‘ was du kannst, denn alles was du machst ist besser, als nichts zu machen.

Fazit

So, nun kennst du meine Überlegungen, die ich am Beginn des Weges in die Nachhaltigkeit angestellt habe.
Und auch meine ersten Erkenntnisse hast du kennengelernt.

Du weißt jetzt, dass wir alle eine große gemeinsame Aufgabe haben.

Bist du dabei?