Archiv der Kategorie: Wissen & Inspiration für die Zukunft

Was ist das Global Ecolabelling Network?

Das Global Ecolabelling Network (GEN) ist ein weltweites Netzwerk von unabhängigen Umweltzeichenorganisationen (Typ-1-Ökolabel nach ISO 14024). Es wurde 1994 gegründet und ist eine Non-Profit-Organisation.

Ziel von GEN:

  • Förderung und Weiterentwicklung von Umweltzeichen nach dem Vorbild des Blauen Engels.
  • Schaffung globaler Benchmarks für Umweltzeichen.
  • Unterstützung von Regierungen, Unternehmen und Konsumenten bei der Unterscheidung umweltfreundlicher Produkte und Dienstleistungen.
  • Bekämpfung von Greenwashing.
  • Stimulierung des globalen Marktes für nachhaltige Güter und Dienstleistungen.
  • Förderung der Zusammenarbeit und des Informationsaustauschs zwischen seinen Mitgliedsorganisationen.
  • Harmonisierung von Umweltzeichenstandards.

Wie funktioniert GEN?

Mitgliedschaft:
GEN hat Mitglieder in zahlreichen Ländern weltweit. Die Mitgliedschaft ist ein rigoroser Prozess, der eine unabhängige Überprüfung beinhaltet.
GENICES (GEN International Coordinated Ecolabelling System):
Ein Peer-Review-Prozess, durch den sich Mitgliedsorganisationen gegenseitig bewerten, um Glaubwürdigkeit und Vertrauen zu stärken und die internationale Zusammenarbeit zu erleichtern.
Entwicklung gemeinsamer Kriterien:
GEN fördert die Entwicklung gemeinsamer Kriterien für Produktgruppen, um die Vergleichbarkeit von Umweltzeichen zu verbessern und den Handel mit umweltfreundlichen Produkten zu erleichtern.
Informationsaustausch und Unterstützung:
GEN dient als Plattform für den Austausch von Wissen, Netzwerken und Ressourcen zwischen seinen Mitgliedern. Es unterstützt auch neue Umweltzeichenprogramme.
Internationale Vertretung:
GEN vertritt die Interessen von Umweltzeichenorganisationen in verschiedenen internationalen Gremien und Veranstaltungen.


Bedeutung für Verbraucher und Unternehmen

Für Verbraucher bieten Produkte mit einem von einer GEN-Mitgliedsorganisation vergebenen Umweltzeichen eine verlässliche Orientierungshilfe, um Produkte zu wählen, die von unabhängigen Experten auf ihre Umweltfreundlichkeit geprüft wurden und geringere Umweltauswirkungen über ihren gesamten Lebenszyklus haben.

Für Unternehmen kann die Zertifizierung ihrer Produkte mit einem anerkannten Umweltzeichen Wettbewerbsvorteile schaffen und ihnen helfen, ihre Nachhaltigkeitsbemühungen glaubwürdig zu kommunizieren.

Zusammenfassend ist das Global Ecolabelling Network eine wichtige Organisation, die dazu beiträgt, glaubwürdige und transparente Umweltzeichen weltweit zu fördern und somit einen Beitrag zu nachhaltigerem Konsum und Produktion zu leisten.

Alles Bio, oder was?

Umwelt-, Bio- und Nachhaltigkeitssiegel sind Kennzeichnungen auf Produkten und Dienstleistungen, die Verbrauchern helfen sollen, informiertere und verantwortungsbewusstere Kaufentscheidungen zu treffen. Sie signalisieren, dass bestimmte Umwelt-, Sozial- oder Qualitätsstandards bei der Herstellung, Verarbeitung oder dem Anbau eingehalten wurden. Obwohl die Begriffe oft im Zusammenhang verwendet werden, weisen die Siegel unterschiedliche Schwerpunkte auf.

Umweltsiegel, auch Ökosiegel genannt, konzentrieren sich primär auf die Minimierung negativer Auswirkungen auf die Umwelt. Sie können Aspekte wie Energieeffizienz, geringe Schadstoffemissionen, nachhaltige Ressourcennutzung, Reduzierung von Abfall und den Schutz der biologischen Vielfalt berücksichtigen. Bekannte Beispiele sind der Blaue Engel in Deutschland oder das EU Ecolabel. Diese Siegel helfen Konsumenten, Produkte zu wählen, die beispielsweise weniger Wasser oder Energie verbrauchen, aus recycelten Materialien bestehen oder weniger umweltschädliche Substanzen enthalten.

Bio-Siegel hingegen legen den Fokus auf die ökologische Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion. Sie garantieren, dass Produkte ohne synthetische Pestizide und Düngemittel, ohne Gentechnik und unter Berücksichtigung des Tierwohls erzeugt wurden. Das bekannteste Beispiel in der Europäischen Union ist das EU-Bio-Siegel, das einheitliche Mindeststandards für ökologisch erzeugte Lebensmittel festlegt. Nationale Bio-Siegel wie das deutsche Bio-Siegel können darüber hinaus strengere Kriterien aufweisen. Bio-Produkte sollen zu einer gesünderen Umwelt, dem Schutz der Bodenfruchtbarkeit und einer artgerechten Tierhaltung beitragen.

Nachhaltigkeitssiegel sind oft umfassender und berücksichtigen neben ökologischen Aspekten auch soziale und wirtschaftliche Dimensionen. Sie können beispielsweise faire Arbeitsbedingungen, soziale Gerechtigkeit in der Lieferkette, den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen und langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit umfassen. Beispiele hierfür sind Siegel wie das Fairtrade-Siegel, das faire Preise und Arbeitsbedingungen für Produzenten in Entwicklungsländern garantiert, oder Siegel im Bereich der Forstwirtschaft wie das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council), das für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung steht.

Für Verbraucher bieten diese Siegel eine wertvolle Orientierungshilfe. Sie ermöglichen es, Produkte und Dienstleistungen zu wählen, die den eigenen Werten und Prioritäten entsprechen und einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft leisten sollen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass es eine Vielzahl von Siegeln gibt und ihre Aussagekraft variieren kann. Daher ist es ratsam, sich über die Kriterien der jeweiligen Siegel zu informieren, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Transparenz und unabhängige Kontrollen sind entscheidend für die Glaubwürdigkeit und den Nutzen dieser Kennzeichnungen.

Der Energiecharta-Vertrag (ECT)

Der Energiecharta-Vertrag (Energy Charter Treaty, ECT) ist ein multilateraler Vertrag, der 1994 in Kraft trat und darauf abzielt, die Zusammenarbeit im Energiesektor zwischen den Unterzeichnerstaaten zu fördern. Er schafft einen Rahmen für Investitionen, Handel, Transit und die Beilegung von Streitigkeiten im Energiebereich.

Kernpunkte des ECT:

  • Investitionsschutz: Er gewährt ausländischen Investoren im Energiesektor in den Vertragsstaaten Schutz vor unfairen oder diskriminierenden Maßnahmen und ermöglicht ihnen, Staaten vor internationalen Schiedsgerichten zu verklagen (Investor-Staat-Streitbeilegung, ISDS).
  • Handel: Der Vertrag zielt darauf ab, offene und diskriminierungsfreie Energiemärkte zu schaffen und folgt dabei den Regeln des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT) und der Welthandelsorganisation (WTO) im Energiebereich.
  • Transit: Er gewährleistet den freien Transit von Energieressourcen durch die Vertragsstaaten.
  • Streitbeilegung: Neben der ISDS sieht der Vertrag Mechanismen für die Beilegung von Streitigkeiten zwischen den Vertragsstaaten vor.
  • Energieeffizienz und Umweltschutz: Der ECT beinhaltet auch Bestimmungen zur Förderung der Energieeffizienz und zur Minimierung der Umweltauswirkungen der Energieproduktion und des Energieverbrauchs.

Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE)

Der erstmals 2001 von der Bundesregierung berufene Rat für Nachhaltige Entwicklung besteht aus 15 Personen des öffentlichen Lebens und ist als Beratungsgremium mit Mandat der Bundesregierung angelegt.

Der Rat entwickelt Beiträge zur Umsetzung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, benennt Handlungsfelder und Projekte und wirkt darauf hin, Nachhaltigkeit in der Öffentlichkeit präsenter zu machen.

Nachhaltigkeits-ABC

Immer mehr und immer schneller erreichen uns heute Nachrichten, die mit KlimawandelMonokulturen, Bedrohung unserer Gesundheit durch UmweltverschmutzungLuftverschmutzungErderwärmungTreibhaus-effektWaldsterbenSauren Regen (der war schon vor 30 Jahren ein Thema), Artensterben, Endlichkeit fossiler Rohstoffe, … zu tun haben.

In der gleichen Geschwindigkeit fliegen uns Begriffe um die Ohren wie NachhaltigkeitUpcyclingZero-Wastevirtuelles Wasser, …

Im Nachhaltigkeits-ABC versuche ich diese Begriffe möglichst kurz und verständlich zu erklären.


Markennamen und geschützte Warenzeichen sind Eigentum ihrer jeweiligen Inhaber. Die Nennung von Markennamen und geschützter Warenzeichen hat lediglich beschreibenden Charakter.


Beitragsbild: Alexas Photos / Pixabay. Bearbeitet von ip6media, Peter von Hacht

Weiterverwendung

Als Weiterverwendung (oder Upcycling) versteht man im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit im Allgemeinen Sprachgebrauch die Wieder- oder Weiterverwendung eines ausgedienten Gegenstandes, wobei dieser auch zweckentfremdet sein kann.
Je länger ein Gegenstand in Gebrauch ist, desto später muss ein neuer angeschafft bzw. produziert werden.

Wasserfußabdruck

Der Wasserfußabdruck (water-footprint) bemisst die Gesamtmenge des tatsächlich genutzten Wassers und die in Produkten versteckte “virtuelle” Wassermenge.
Ziel dieser Betrachtungsweise ist eine Aussage über die nachhaltige Nutzung erneuerbarer Wasserressourcen. Außerdem soll ein Handlungsbedarf aufgezeigt werden für Regionen, in denen der Wasserfußabdruck größer ist, als die lokale Verfügbarkeit.
Der gesamte Wasserfußabdruck Deutschlands beträgt nach Angaben des Umweltbundesamts rund 117 Milliarden Kubikmeter Wasser pro Jahr; mehr als das Doppelte des Bodensees.
Daraus ergibt sich ein täglicher Verbrauch von 3900 Litern pro Kopf. Damit liegen wir in Deutschland etwa 100 Liter pro Kopf und Tag über dem weltweiten Durchschnitt.
Der Anteil des externen Wasserfußabdrucks, also des Wassers, das über importierte Güter in unserem Wasserfußabdruck auftaucht, liegt in Deutschland über 50 Prozent. Der größte Teil davon fällt auf Agrargüter aus Brasilien, Frankreich und der Elfenbeinküste.

Water-Footprint → Wasserfußabdruck

Virtuelles Wasser

Das “virtuelle Wasser” ist der indirekte Teil des Wasserfußabdrucks, das Wasser also, das sich in Produkten versteckt.
Für eine Bewertung des virtuelles Wasser ist es in die Kategorien “Grünes Wasser”, “Blaues Wasser” und “Graues Wasser” eingeteilt.

Kreislaufwirtschaft

Das Gegenmodell zur Wegwerfgesellschaft wäre die Kreislaufwirtschaft oder Circular Economy.
In diesem (Ideal-)Modell werden der Einsatz von Ressourcen, Emissionen und die Abfallproduktion minimiert indem Produkte durch Wiederverwendung, Instandhaltung, Reparatur und Weiterverwendung (Upcycling) möglichst lange im Kreislauf gehalten werden bevor sie schließlich dem Recycling zugeführt werden.