Mein Weg in die Nachhaltigkeit

Von Mahatma Gandhi soll der Satz “Lebe den Wandel den Du auf Erden sehen willst” stammen und ich finde, das beschreibt unser aller Aufgabe ganz gut.
Wenn, und da sind wir uns sicher alle einig, wir der Generation unserer Enkel eine lebenswerte Welt hinterlassen wollen, dann sollten wir alle (zwar nach unseren individuellen Möglichkeiten, aber doch ernsthaft) Teil der notwendigen Veränderung sein und möglichst viele Menschen für diese Idee begeistern.

Ja, es sagt sich so leicht “ich habe verstanden, dass ich etwas tun muss und mache jetzt alles anders”.
Aber wo soll ich anfangen? Irgendwo? Was ist am sinnvollsten? Brauche ich einen Plan oder eine Strategie? Mit welcher Änderung erziele ich den meisten Nutzen gleich zu Anfang?

Alles Quatsch!

Einfach anfangen, denn es hängt sowieso alles zusammen. Es geht nicht (also jedenfalls nicht in erster Linie) darum, dass du ein gutes Gefühl damit hast.
Klar sollst du dich auch wohlfühlen mit den Änderungen, denn sonst hältst du sie sowieso nicht durch.
Also fang’ einfach an.

Ich neige dazu, immer alles möglichst bis ins Kleinste zu durchdenken bevor ich anfange. “Neigte immer” muss es eigentlich inzwischen heißen, denn ich arbeite daran und sehe schon erste Erfolge.
Gut durchdenken kann durchaus hilfreich sein, taugt aber nicht als grundsätzliche Taktik für alle Bereiche des Lebens.
Geschickter ist es oft, erstmal (natürlich nicht vollkommen kopflos und ohne Plan) anzufangen und dann notfalls zu korrigieren oder sogar “zurück zu rudern”.
So geht es mir auch beim Schreiben dieser Texte. Ich schreibe darauf los, überdenke, überarbeite, verwerfe, …
Und ich glaube, das ist auch auf den Weg in die Nachhaltigkeit übertragbar.
Fang’ einfach an. Egal wo, aber fang’ an. Mach dich mit dem Thema vertraut, probiere aus und entscheide, ob das Ausprobierte etwas für dich ist.
Wenn nicht, dann probiere etwas anderes.

Bleib dran!

Wichtig ist, dass du dran bleibst, das du nicht das große Ziel aus den Augen verlierst. Auch nicht, wenn dir mal etwas zu aufwändig oder zu mühsam ist und du dich entscheidest diesen Bereich (noch?) nicht zu verändern.

Versuche bitte nicht, gleich alles auf einmal zu ändern. Es ist einfach unrealistisch, dass das funktioniert. Versuche statt dessen kleine Schritte zu machen. Die häufigeren Erfolgserlebnisse erleichtern das Durchhalten.

Investition in Nachhaltigkeit

“Stell’ doch einfach dein Leben / deine Gewohnheiten um”
Ja, das sagt sich so einfach, aber man muss es sich auch leisten können bzw. die Möglichkeiten haben.

Umstellung gibt’s nicht zum Nulltarif, das sollte klar sein.

Bio-Produkte sind zwar gesünder und meist auch nachhaltiger als konventionell erzeugte, dafür aber auch teurer.
Auch andere, als nachhaltig angepriesene, Produkte sind oft preislich höher angesiedelt.

Wenn Geräte ersetzt werden, auf Energieeffizienz achten. Sind die Geräte teurer, dann versuchen den Mehrbetrag durch Einsparungen an anderer Stelle zu kompensieren.
Mit anderen Produkten genauso verfahren: wenn ein nachhaltiges Produkt teurer ist, dann …

In was sollten wir noch investieren?

  • Zeit. Wie wäre es, mehr Dinge selbst zu machen, statt teure (und möglicherweise umweltbedenkliche) zu kaufen?
    Du musst dazu keine ausgeprägten handwerklichen Fähigkeiten haben. Im Laufe der Zeit wirst du hier viele DIY-Tipps finden, die teilweise ganz einfach umzusetzen sind.
  • “Lagerplatz”. Wenn du den Platz hast Dinge aufzubewahren, die du im Moment nicht mehr benötigst, oder die kaputt sind, aber sich eventuell noch reparieren lassen, Dann ist das ja auch eine Investition in Nachhaltigkeit.
    Vielleicht kannst du später die Dinge Upcyclen oder damit andere glücklich machen?
  • Kontakte. Investition in Kontakte ist nachhaltig? Na klar.
    Wie wäre es, in deinem Umfeld eine “sharing-Kultur” zu etablieren?
    Müssen denn zehn Personen wirklich zehn Bohrmaschinen haben? Reichen nicht zwei oder drei? Und wenn ich dann mal ein paar Löcher bohren muss, dann leihe ich mir eine der Bohrmaschinen aus und helfe dafür vielleicht ein anderes Mal irgendwo mit meiner langen Leiter aus.
    Es gibt sowas schon, aber noch viel zu selten.
    Ich finde diesen Gedanken eines “Geräte- und Fähigkeitenpools” im privaten Umfeld ganz attraktiv und ausbaufähig. Du auch?
    Denk mal drüber nach.

Auch Teilzeit-Veggies helfen mit

Wer sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt, wird schnell feststellen, dass eine vegane Lebensweise für unsere Umwelt eigentlich die beste ist.
Toll, wenn du also deinen Fleischkonsum reduzierst und von Butter auf Margarine oder andere pflanzliche Streichfette umsteigst. Aber wenn du trotzdem gelegentlich mal ein Schnitzel oder ein Steak magst und Tofu nicht so deins ist, dann bist du deswegen kein schlechterer Mensch. Da Achtsamkeit irgendwie auch in das Thema passt, versuche doch dann regionales Fleisch zu kaufen, vielleicht in Bio-Qualität?

Was ich sagen will ist, dass wir alle im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchen müssen, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Alles oder nichts

Es mag ja Bereiche geben (mir fällt zwar spontan keiner ein, aber bestimmt gibt es das), in denen diese Aussage Sinn macht.
Wenn du dein Leben nachhaltiger gestalten willst, ist es auf jeden Fall Quatsch zu sagen “ganz oder gar nicht”. Mach’ was du kannst, denn alles was du machst ist besser, als nichts zu machen.

Fazit

So, nun kennst du meine Überlegungen, die ich am Beginn des Weges in die Nachhaltigkeit eingestellt habe. Und auch meine ersten Erkenntnisse hast du kennengelernt.

Du weißt jetzt, dass wir alle eine große gemeinsame Aufgabe haben.

Bist du dabei?

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