Kategoriearchiv: Nachhaltiger Alltag & Zero Waste

Downcycling

Upcycling und Downcycling sind eigentlich Begriffe aus der Abfallwirtschaft.
Ist der nach dem Recyclingprozess gewonnene Stoff höherwertig als der ursprüngliche, spricht man von Upcycling, ist der neue Stoff geringwertiger spricht man von Downcycling.
Unter Upcycling versteht man im Allgemeinen Sprachgebrauch inzwischen aber die Wieder- oder Weiterverwendung eines ausgedienten Gegenstandes, wobei dieser auch zweckentfremdet sein kann.
Je länger ein Gegenstand in Gebrauch ist, desto später muss ein neuer angeschafft bzw. produziert werden.
Ist ein Gegenstand auch nach einem Upcycling nicht mehr nutzbar, sollte als Entsorgungsweg auf jeden Fall das Recycling vor der Vernichtung oder einer Endlagerung stehen.

Ist Bio-Kunststoff eine gute Alternative?

Vorweg genommen würde ich sagen Bio-Kunststoff ist auf jeden Fall besser für die Umwelt als konventionell hergestelltes Plastik.
Besser, weil der Rohstoff (oder große Teile) i.d.R. nachhaltig und Bio ist.

So weit der erste Eindruck.

Nun kommt das große ABER:

Wir müssen unterscheiden zwischen biologisch abbaubaren und biobasierten Kunststoffen.
Während biobasierte Kunststoffe überwiegend aus stärkehaltigen und cellulosereichen Pflanzen wie Mais oder Zuckerrohr hergestellt wird, liegen den biologisch abbaubaren Kunststoffen meist thermoplastische Stärke, gelegentlich aber auch Erdöl (damit aber nicht biobasiert) zugrunde.

Maispflanzen können zur Herstellung biobasierter Kunststoffe dienen. 
©Albrecht Fietz / Pixabay
Maisfeld. Foto: Albrecht Fietz / Pixabay

Biologisch abbaubare Kunststoffe sollen sich unter bestimmten Bedingungen zersetzen und dabei nichts als CO2 und Wasser hinterlassen.
Welche Bedingungen das sind, ist unter Anderem abhängig davon, ob es Mischkunststoffe sind und wie die Verarbeitung angelegt war.
Eine Aussage über die tatsächliche Abbaubarkeit ist nur nach entsprechenden Experimenten möglich.

Das nächste Problem ist die Frage nach der Recyclingfähigkeit biobasierter Kunststoffe. Die lässt sich nämlich auch nicht einfach mit ja beantworten.

Da sich die biobasierten Kunststoffe in den Sortieranlagen kaum von herkömmlichen Kunststoffen trennen lassen, landen sie oft in der “energetischen Verwertung”, werden also in Heizkraftwerken zur Energiegewinnung verbrannt.

Vergleicht man die Ökobilanzen biobasierter Kunststoffe mit denen von biologisch abbaubaren Kunststoffen, stellt man fest, dass die biobasierten Kunststoffe auch nicht unbedingt nachhaltiger sind als konventionelle Kunststoffe.

Zurück zur Ausgangsfrage. Die Antwort ist also ein klares “Jain”.

Weitergehende Informationen gibt’s beim Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.de/biobasierte-biologisch-abbaubare-kunststoffe#21-konnen-biobasierte-kunststoffe-recycelt-werden

Nachhaltiger Alltag: Wie du Butterpapier clever weiternutzt

Wer sich öfter pflanzlich ernährt, kauft bald ganz anders ein. Plötzlich landet keine klassische Butter mehr im Korb. Stattdessen greift man zu Margarine oder anderen pflanzlichen Streichfetten. Wer dabei auf die Umwelt achtet, schaut direkt auf die Verpackung. Plastikbecher fliegen raus. Erstaunlich viele vegane Alternativen gibt es inzwischen in echtem Butterpapier.

Ein frischer Block gelbe Butter in einer halb geöffneten, leicht gefetteten Papierverpackung liegt auf einer rustikalen Holzoberfläche.
Bild von congerdesign auf Pixabay

Im eigenen Zuhause ändert sich mit der Zeit der Blick auf alltägliche Dinge. Man wirft nicht mehr einfach so etwas weg. Stattdessen stellt sich fast automatisch die Frage nach einer sinnvollen Weiterverwendung.

Das fängt bei Kleinigkeiten an. Wenn ein neues Päckchen Streichfett geöffnet wird, wandert das Fett in die normale Butterdose. Das Papier bleibt übrig. Früher landete es sofort im Müll. Heute kommt es in eine kleine Aufbewahrungsdose mit Deckel. Ab damit in den Kühlschrank. Dort bleibt das Papier problemlos einige Tage frisch.

Die Sache mit dem Upcycling

Wo steckt hier der echte Nutzen? Das Papier ist nicht einfach Müll. Es hängt immer noch eine Menge Streichfett an der Innenseite. Genau das wird weiterverwendet.

Backbleche lassen sich damit perfekt einreiben, bevor Teig darauf kommt. Auch Auflaufformen für den nächsten Auflauf bekommen so ganz ohne zusätzlichen Müll eine Schicht Fett ab. Da in vielen Küchen ohnehin sehr fettarm gekocht wird, reicht dieser Rest oft völlig aus, um die Pfanne vor dem Anbraten kurz einzufetten.

Der Aufwand für diese Methode geht gegen null. Es kostet keine Zeit, das Papier aufzuheben. Aber die winzigen Fettreste bekommen so noch einen echten Sinn, statt ungenutzt im Müll zu landen.

Kleine Schritte für ein enkelgerechtes Leben

Nachhaltigkeit besteht aus vielen kleinen Puzzleteilen. Wer den eigenen Haushalt z.B. durch Upcycling schrittweise umstellt, merkt schnell, wie viele Ressourcen im Alltag versteckt sind. Die Vermeidung von Plastikmüll ist ein wichtiger Punkt. Noch besser ist es, Dinge so lange wie möglich im Kreislauf zu halten.

Wer tiefer in das Thema Müllvermeidung und ressourcenschonenden Alltag einsteigen möchte, findet beim NABU viele spannende Ansätze und praktische Tipps. Auch das Umweltbundesamt bietet umfassende Informationen dazu, wie wir unseren Ressourcenverbrauch im Haushalt dauerhaft senken können.

Probiere es einfach mal aus. Es braucht keine großen Umstellungen, um bewusster zu leben. Oft fängt es genau da an, wo man es am wenigsten erwartet – direkt am Butterpapier.