Nachhaltiger Alltag: Wie du Butterpapier clever weiternutzt

Wer sich öfter pflanzlich ernährt, kauft bald ganz anders ein. Plötzlich landet keine klassische Butter mehr im Korb. Stattdessen greift man zu Margarine oder anderen pflanzlichen Streichfetten. Wer dabei auf die Umwelt achtet, schaut direkt auf die Verpackung. Plastikbecher fliegen raus. Erstaunlich viele vegane Alternativen gibt es inzwischen in echtem Butterpapier.

Ein frischer Block gelbe Butter in einer halb geöffneten, leicht gefetteten Papierverpackung liegt auf einer rustikalen Holzoberfläche.
Bild von congerdesign auf Pixabay

Im eigenen Zuhause ändert sich mit der Zeit der Blick auf alltägliche Dinge. Man wirft nicht mehr einfach so etwas weg. Stattdessen stellt sich fast automatisch die Frage nach einer sinnvollen Weiterverwendung.

Das fängt bei Kleinigkeiten an. Wenn ein neues Päckchen Streichfett geöffnet wird, wandert das Fett in die normale Butterdose. Das Papier bleibt übrig. Früher landete es sofort im Müll. Heute kommt es in eine kleine Aufbewahrungsdose mit Deckel. Ab damit in den Kühlschrank. Dort bleibt das Papier problemlos einige Tage frisch.

Die Sache mit dem Upcycling

Wo steckt hier der echte Nutzen? Das Papier ist nicht einfach Müll. Es hängt immer noch eine Menge Streichfett an der Innenseite. Genau das wird weiterverwendet.

Backbleche lassen sich damit perfekt einreiben, bevor Teig darauf kommt. Auch Auflaufformen für den nächsten Auflauf bekommen so ganz ohne zusätzlichen Müll eine Schicht Fett ab. Da in vielen Küchen ohnehin sehr fettarm gekocht wird, reicht dieser Rest oft völlig aus, um die Pfanne vor dem Anbraten kurz einzufetten.

Der Aufwand für diese Methode geht gegen null. Es kostet keine Zeit, das Papier aufzuheben. Aber die winzigen Fettreste bekommen so noch einen echten Sinn, statt ungenutzt im Müll zu landen.

Kleine Schritte für ein enkelgerechtes Leben

Nachhaltigkeit besteht aus vielen kleinen Puzzleteilen. Wer den eigenen Haushalt z.B. durch Upcycling schrittweise umstellt, merkt schnell, wie viele Ressourcen im Alltag versteckt sind. Die Vermeidung von Plastikmüll ist ein wichtiger Punkt. Noch besser ist es, Dinge so lange wie möglich im Kreislauf zu halten.

Wer tiefer in das Thema Müllvermeidung und ressourcenschonenden Alltag einsteigen möchte, findet beim NABU viele spannende Ansätze und praktische Tipps. Auch das Umweltbundesamt bietet umfassende Informationen dazu, wie wir unseren Ressourcenverbrauch im Haushalt dauerhaft senken können.

Probiere es einfach mal aus. Es braucht keine großen Umstellungen, um bewusster zu leben. Oft fängt es genau da an, wo man es am wenigsten erwartet – direkt am Butterpapier.

Mein Weg in die Nachhaltigkeit

Von Mahatma Gandhi soll der Satz „Lebe den Wandel den Du auf Erden sehen willst“ stammen und ich finde, das beschreibt unser aller Aufgabe ganz gut.
Wenn, und da sind wir uns sicher alle einig, wir der Generation unserer Enkel eine lebenswerte Welt hinterlassen wollen, dann sollten wir alle (zwar nach unseren individuellen Möglichkeiten, aber doch ernsthaft) Teil der notwendigen Veränderung sein und möglichst viele Menschen für diese Idee begeistern.

Ja, es sagt sich so leicht “ich habe verstanden, dass ich etwas tun muss und mache jetzt alles anders”.
Aber wo soll ich anfangen? Irgendwo? Was ist am sinnvollsten? Brauche ich einen Plan oder eine Strategie? Mit welcher Änderung erziele ich den meisten Nutzen gleich zu Anfang?

Alles Quatsch!

Einfach anfangen, denn es hängt sowieso alles zusammen. Es geht nicht (also jedenfalls nicht in erster Linie) darum, dass du ein gutes Gefühl damit hast.
Klar sollst du dich auch wohlfühlen mit den Änderungen, denn sonst hältst du sie sowieso nicht durch.
Also fang’ einfach an.

Ich neige dazu, immer alles möglichst bis ins Kleinste zu durchdenken bevor ich anfange. “Neigte immer” muss es eigentlich inzwischen heißen, denn ich arbeite daran und sehe schon erste Erfolge.
Gut durchdenken kann durchaus hilfreich sein, taugt aber nicht als grundsätzliche Taktik für alle Bereiche des Lebens.
Geschickter ist es oft, erstmal (natürlich nicht vollkommen kopflos und ohne Plan) anzufangen und dann notfalls zu korrigieren oder sogar “zurück zu rudern”.
So geht es mir auch beim Schreiben dieser Texte. Ich schreibe darauf los, überdenke, überarbeite, verwerfe, …
Und ich glaube, das ist auch auf den Weg in die Nachhaltigkeit übertragbar.
Fang’ einfach an. Egal wo, aber fang’ an. Mach dich mit dem Thema vertraut, probiere aus und entscheide, ob das Ausprobierte etwas für dich ist.
Wenn nicht, dann probiere etwas anderes.

Bleib dran!

Wichtig ist, dass du dran bleibst, das du nicht das große Ziel aus den Augen verlierst. Auch nicht, wenn dir mal etwas zu aufwändig oder zu mühsam ist und du dich entscheidest diesen Bereich (noch?) nicht zu verändern.

Versuche bitte nicht, gleich alles auf einmal zu ändern. Es ist einfach unrealistisch, dass das funktioniert. Versuche statt dessen kleine Schritte zu machen. Die häufigeren Erfolgserlebnisse erleichtern das Durchhalten.

Investition in Nachhaltigkeit

„Stell‘ doch einfach dein Leben / deine Gewohnheiten um“
Ja, das sagt sich so einfach, aber man muss es sich auch leisten können bzw. die Möglichkeiten haben.

Umstellung gibt’s nicht zum Nulltarif, das sollte klar sein.

Bio-Produkte sind zwar gesünder und meist auch nachhaltiger als konventionell erzeugte, dafür aber auch teurer.
Auch andere, als nachhaltig angepriesene, Produkte sind oft preislich höher angesiedelt.

Wenn Geräte ersetzt werden, auf Energieeffizienz achten. Sind die Geräte teurer, dann versuchen den Mehrbetrag durch Einsparungen an anderer Stelle zu kompensieren.
Mit anderen Produkten genauso verfahren: wenn ein nachhaltiges Produkt teurer ist, dann …

In was sollten wir noch investieren?

  • Zeit. Wie wäre es, mehr Dinge selbst zu machen, statt teure (und möglicherweise umweltbedenkliche) zu kaufen?
    Du musst dazu keine ausgeprägten handwerklichen Fähigkeiten haben. Im Laufe der Zeit wirst du hier viele DIY-Tipps finden, die teilweise ganz einfach umzusetzen sind.
  • “Lagerplatz”. Wenn du den Platz hast Dinge aufzubewahren, die du im Moment nicht mehr benötigst, oder die kaputt sind, aber sich eventuell noch reparieren lassen, Dann ist das ja auch eine Investition in Nachhaltigkeit.
    Vielleicht kannst du später die Dinge Upcyclen oder damit andere glücklich machen?
  • Kontakte. Investition in Kontakte ist nachhaltig? Na klar.
    Wie wäre es, in deinem Umfeld eine “sharing-Kultur” zu etablieren?
    Müssen denn zehn Personen wirklich zehn Bohrmaschinen haben? Reichen nicht zwei oder drei? Und wenn ich dann mal ein paar Löcher bohren muss, dann leihe ich mir eine der Bohrmaschinen aus und helfe dafür vielleicht ein anderes Mal irgendwo mit meiner langen Leiter aus.
    Es gibt sowas schon, aber noch viel zu selten.
    Ich finde diesen Gedanken eines “Geräte- und Fähigkeitenpools” im privaten Umfeld ganz attraktiv und ausbaufähig. Du auch?
    Denk mal drüber nach.

Auch Teilzeit-Veggies helfen mit

Wer sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt, wird schnell feststellen, dass eine vegane Lebensweise für unsere Umwelt eigentlich die beste ist.
Toll, wenn du also deinen Fleischkonsum reduzierst und von Butter auf Margarine oder andere pflanzliche Streichfette umsteigst. Aber wenn du trotzdem gelegentlich mal ein Schnitzel oder ein Steak magst und Tofu nicht so deins ist, dann bist du deswegen kein schlechterer Mensch. Da Achtsamkeit irgendwie auch in das Thema passt, versuche doch dann regionales Fleisch zu kaufen, vielleicht in Bio-Qualität?

Was ich sagen will ist, dass wir alle im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchen müssen, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Alles oder nichts

Es mag ja Bereiche geben (mir fällt zwar spontan keiner ein, aber bestimmt gibt es das), in denen diese Aussage Sinn macht.
Wenn du dein Leben nachhaltiger gestalten willst, ist es auf jeden Fall Quatsch zu sagen „ganz oder gar nicht“. Mach‘ was du kannst, denn alles was du machst ist besser, als nichts zu machen.

Fazit

So, nun kennst du meine Überlegungen, die ich am Beginn des Weges in die Nachhaltigkeit angestellt habe.
Und auch meine ersten Erkenntnisse hast du kennengelernt.

Du weißt jetzt, dass wir alle eine große gemeinsame Aufgabe haben.

Bist du dabei?

Doppelpunkt, Sternchen oder Gender-Gap – Gendern für Anfänger

Der Anfänger bin in diesem Fall hauptsächlich ich selbst.

Beim Sprechen drücke ich mich bislang noch weitestgehend irgendwie davor zumal ich in gesprochenen Texten diese “neuen Lücken” in vielen Wörtern einfach befremdlich finde.

Spätestens wenn man etwas schriftlich veröffentlichen will, ist man aber gezwungen sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Ich bin weder “antifeministisch” noch “diversitätsfeindlich” und war schon immer ein Verfechter von Inklusion, wo immer es möglich ist.
Dennoch fällt es mir (noch) schwer, mich gendergerecht auszudrücken.

Vieles spricht dafür, die Sprache inklusiver zu verwenden und dadurch auch in der Kommunikation den gesellschaftlichen Wandel zu berücksichtigen.

Grammatisch korrekt und einfach umzusetzen sind ja die Doppelnennungen der männlichen und weiblichen Form. Zum Einen werden Sätze dadurch aber schnell sehr lang und zum Anderen werden alle nicht-binären Identitäten ausgeschlossen.

Es gibt zur Zeit noch keine offiziellen Regeln für gendergerechte Sprache; für die neu entstandenen Kurzformen keine Rechtschreibregeln.
Der “Rat der deutschen Rechtschreibung” beobachtet seit 2018 die Sprachentwicklung und hat noch keine Empfehlungen ausgesprochen.

Nach eingehender Beschäftigung mit dem Thema habe ich mich bei den Kurzformen (Doppelpunkt, Sternchen und Gender-Gap) für den Doppelpunkt entschieden, werde aber versuchen diese Form so wenig wie möglich einzusetzen.

Während das Sternchen und der Unterstrich weder von Suchmaschinen noch von Screenreadern verstanden werden verschwindet der Unterstrich sogar auch noch in unterstrichenem Text. Außerdem stellen beide Varianten eine Optische Lücke dar und erschweren damit den Lesefluss. Damit sind diese beiden Kurzformen also raus.
Bleibt also der Doppelpunkt, der visuell nicht so sehr stört und von Suchmaschinen besser interpretiert werden kann als die beiden Vorgenannten Schreibweisen.
Die Doppelpunkt-Verwendung darf hingegen sogar als barrierefrei bezeichnet werden, da sie von Screenreadern als kurze Pause gelesen wird und damit auch Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen geschlechterneutrale Texte ausgibt.

Ich werde, wie gesagt, versuchen die Kurzformen zu meiden und weitestgehend mit Umschreibungen und Partizipien zu arbeiten, unpersönlich zu formulieren oder Substantive in Adjektive umzuwandeln, statt sie zu gendern.

Joachim B. Esserwelt